Wissener Kolpingsfamilie auf historischen Spuren des Walzwerks


Das Walzwerk hat die Wissener Industriegeschichte mehr geprägt als jedes andere Unternehmen.
Gleichwohl fand in der Siegstadt nicht nur das „Walzen“ von Metall statt, sondern der gesamte
Ablauf von der Förderung des Eisenerzes, seines Transports und der Aufbereitung, der Verhüttung
und der Verarbeitung gehörten in der Region an der mittleren Sieg lange Zeit zur täglichen Arbeit
tausender Arbeitskräfte.
Heute ist dies Industriegeschichte und nur vereinzelte Zeugnisse dieser die Stadt und das Umland
prägenden Zeit kann man heute noch auf den ersten Blick bestaunen. Neben dem Kulturwerk,
dem Gelände der Firma Brucherseifer, der Seilscheibe des Förderturms der Grube „Eupel“ in
Nisterbrück an der B 62, einem Walzgerüst am historischen Standort im Frankenthal, dem heute
vom Ingenieurbüro Brendebach genutzten Verwaltungsgebäude und dem Gedenkort des früheren
Zwangsarbeiterlagers, gibt es jedoch noch mehr Zeugnisse dieser beileibe nicht nur guten alten
Zeit.
Die Stadt Wissen bietet unter mehreren Führungen durch den Ort auch einen Weg auf den Spuren
der Industriegeschichte an, auf den sich jetzt auch die Kolpingsfamilie Wissen begab.
Stadtführerin Christiane Weber wusste viel zu erzählen und zeigte der Gruppe aber auch Stellen,
wo nicht jeder einen Hinweis auf die Montanindustrie vermutete. So zum Beispiel das Sgraffito am
früheren Postgebäude, an dem sicher ein kleiner Hinweis für mehr Aufmerksamkeit sorgen
könnte.
Gerade auch die liebevoll gestalteten Modelle des Walzwerks, der alten Hütte und der
Walzwerkssiedlung im ehemaligen Laborgebäude weckten großes Interesse und manch
emotionale Erinnerung. Die Terrasse des Gebäudes - vermutlich das höchste Standesamt in der
Region - und der große Saal des Kulturwerks bildeten den Abschluss der Besichtigungen und der
Vorsitzende der kirchlichen Gemeinschaft, Richard Walter, überreichte Frau Weber zum Dank ein
kleines „Merci“.
Gleichzeitig galt eine herzliche Einladung für Donnerstag den 22. Oktober 2026, denn dann trifft
sich der Wissener Verein um 15.00 Uhr am Kulturhaus auf dem Synagogenplatz in der
Nachbargemeinde Hamm, um den dortigen Weg der „Stolpersteine“ zu gehen.